BERLINER MASCHINENBAU-A.G.  VORMALS L. SCHWARTZKOPFF

Das Werk der BMAG in Wildau

Blick auf Miersdorf / Zeuthen Blick auf den Zeuthener See
Villa der Direktoren der MSW Wasserturm, dahinter die Maffei-Schwartzkopff-Werke MSW links,  HIAG-Werke rechts der Bahntrasse
Betriebsgebäude Allgem. Werkstätten Rahmen- /Tenderbau, Kesselschmiede, Kraftzentrale, Schmiede Stichkanal
Allgemeiner Maschinenbau (seit 1913) Mechanische Werkstätten und Schlosserei Malerei/Lakiererei und Verladehalle Das Casino rechts der Bahn
Lok-Reparaturwerkstatt und Abstellhalle Werkstätten für Räder- und Zylinderbau Verwaltungsgebäude der B.M.A.G. Betriebsfeuerwehr und Haupteingang der B.M.A.G. Bahnhof Wildau mit Postamt
Große Lokomotv-Montagehalle, erbaut ca. 1920-23 vor der Halle das mehrspurige Einfahrgleis entlang der Bahntrasse nach KW Arbeiter-Wohnsiedlung
Foto: Werksaufnahme aus [021]  (erstmals veröffentlicht 1924) 

Im Jahre 1897 erwarb die BMAG ein etwa 600 000 m² großes Gelände vor den Toren Berlins, welches in der Gemarkung Hoherlehme an der Görlitzer Bahn glegen war -  Ehemals wurde hier Ton abgebaut und in Ziegeleien zu Steinen gebrannt. Etwa 1850 wurde die Ziegelproduktion in der hier ansässigen "Spring-Ziegelei" eingestellt und es entstand ein Ackergut. 1855 stellte der damalige Besitzer, August Middecke, den Antrag beim Landrat zur Umbenennung dieses Geländes in "Wildau". Dem Antrag wurde entsprochen und fortan hieß das Gut "Wildau".  In den folgenden Jahren wechselte das Land häufig seinen Besitzer und als die BMAG hier das Werk errichtete wurde auch der Name "Wildau" mit übernommen. (Erst ab dem  Jahre 1922 wurde die Gemeinde Hoherlehme-Wildau, wie sie zwischenzeitlich bezeichnet war, dann offiziell in Wildau umbenannt)[122]. -
Mit dem Bau des Werkes wurde der Regierungsbaumeister Ludwig Witthöft beauftragt, der dann auch die Leitung des Werkes bis 1907 innehatte. Unter seiner Leitung entstand ab 1900 auch die zum Werk gehörende Arbeiter-Kolonie mit allen notwendigen Einrichtungen wie Postamt, Schule, Kasino, Konsumanstalt, Strandbad und Wassersport-Club.  Während des Aufbaus des Werkes wurde gleichzeitig eine Bahnstation an der Görlitzer Bahn errichtet, um auch den im Umland wohnenden Arbeitskräften einen günstigen Anmarschweg zu bieten. Die Finanzierung und der Bau wurde vollständig von Schwartzkopff übernommen. Am 01. Mai 1900 wurde dieser Haltepunkt offiziell dem Verkehr übergeben.
Als dann die ersten Lokomotiven das Werk verließen, wurden diese noch in einer neben der Kesselschmiede liegenden 5-schiffigen Montagehalle (später Rahmen- und Tenderbau) hergestellt. Aber schon Anfang der zwanziger Jahre reichten die Gebäude zur Fertigung der immer größer werdenden Lokomotiven nicht mehr aus, so daß man eine neue große Lokomotiv-Montagehalle (auf dem Foto im Vordergrund zu sehen) errichtete und die Produktion in den vorhandenen Werkstätten neu strukturierte. Mit dem Bau der Montagehalle vollendete man auch die von Anfang an vertretene Philosophie von der Organisation der Produktion von Norden nach Süden. Im nördlichen Teil (im Hafen) landeten die Rohmaterialien an, über die anschließenden Kraftanlagen zur Erzeugung des Stromes und der Heizung sowie der Bereitstellung des Brauch- und Trinkwassers, führte die Produktion von der Schmiede (errichtet 1914/15) über die Kesselschmiede und die Fertigung der einzelnen Baugruppen entlang der zentralen Fabrikstraße nun direkt zur Endmontage in den südlichen Bereich des Werksgeländes.
Im Jahre 1913 wurde auch der Allgemeine Maschinenbau aus Berlin nach Wildau verlagert, der sich hauptsächlich mit der Produktion von Hochdruck-Kompressoren in jeder Größe und für die verschiedensten Anwendungsgebiete (z.B. chem. Industrie, Grubenbahnen, usw.) befaßte.
Die seit ca. 1910 projektierte Eisengießerei, die am Hafen gegenüber der Schmiede errichtet werden sollte, wurde jedoch nie gebaut.



1906 errichtete die BMAG gemeinsam mit Maffei ein Werk nördlich des Stichkanals, in das die gesamte Fertigung von schnell rotierenden Maschinen, Generatoren und elektrischen Ausrüstungen verlagert wurde. Bei den MSW (Maffei-Schwartzkopff-Werke GmbH) wurden sowohl Schwartzkopff- wie Maffei-E-Loks elektrisch ausgerüstet. Die Verwaltung zog in einen Teil des BMAG-Verwaltungsgebäudes in der Chausseestraße. Allerdings überlebte dieses Werk die Wirtschaftskriese am Ende der zwanziger Jahre nicht. Erst 1934 übernahm die AEG die inzwischen verwaisten Gebäude und nutzte sie bis Kriegsende vermutlich für Rüstungsproduktionen (Flugzeugausrüstungen).
 

Foto: Luftaufnahme aus privater Sammlung
Luftaufnahme ca. 1916
Blickrichtung Norden

rot
BMAG noch ohne große Lok- Montagehalle

blau
 M S W

grün
Arbeiter-Kolonie

gelb
 HIAG-Werke


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